Hier möchte ich erklären, wie man am Besten vorgeht, um sich selbst ein funktionierendes Aquarium aufzubauen. Ich möchte jedem Einsteiger in die Aquaristik bitten, sich dies durchzulesen und auch die "alten Hasen" könnten noch das ein oder andere lernen.

SCHRITT 1: Planung

Beinahe das wichtigste an einem Aquarium ist die Planung.

Man sollte sich in Büchern und im Internet über das Thema der Aquaristik einlesen um festzustellen, ob man den Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber den Lebewesen gerecht werden kann und auch, ob man die Geduld dazu hat!

Vor ein Aquarium gekauft wird, sollte man sich überlegen, was man überhaupt haben möchte. Angefangen von der Form und der Größe des Aquariums. Bei großen Aquarien (ab etwa 200l) sollte man sicher gehen, dass das Aquarium sicher steht, da man bei einem gefüllten Aquarium locker von einem Gewicht, größer als der Literzahl rechnen muss. Im Zweifelsfall lieber einen Statiker zu Rate rufen.

Es kann auch sinnvoll sein, sich die Größe des Aquariums nach seinen möglichen Bewohnern zu richten. Ich denke, es ist sehr ärgerlich, wenn man sich ein kleines Becken aufstellt und im Nachhinein feststellt, dass man seine Wunschfische aufgrund der Größe nicht halten kann. Für Afrikanische oder auch größere Südamerikanische Barsche benötigt man große Becken über 240l (120cm Seitenlänge). Für einen Schwarm kleiner Salmler reicht dagegen schon ein 60-80cm langes Aquarium.

Ganz wichtig ist auch, mit der Dekoration und der Bepflanzung des Aquariums auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Es gibt Fische, die gerne in Sand wühlen, manche Fische brauchen viel Strömung und Steine, andere dagegen ganz ruhiges Wasser. Deshalb sollte man sich spätestens vor dem Einrichten des Aquariums überlegen, was ins Aquarium soll.

Von der Bepflanzung her gilt allgemein: Je mehr desto besser!Jedoch ist dies nicht in jedem Aquarium der Fall. Für Afrikanische Barsche zum Beispiel eignen sich nur sehr wenige robuste Pflanzen, da alle anderen zerstört werden können. Für versteckt lebende Fische ist dichte Bepflanzung dagegen unerlässlich.

Auch sollte man sich über die Wasserchemie einlesen, weil dies später sehr wichtig ist.

 

SCHRITT 2: Kauf

Beim Kauf gilt eines Aquariums gilt, Qualität vor Preis! Ich würde vor allem zum Einstieg zu einem mit Garantie versehenen Aquarium raten. Denn zu Beginn hat man eventuell nicht gleich das Auge für Kleine Mängel, die auftreten können. Desweiteren ist eine Versicherung sicher sehr angebracht, denn wenn ein Aquarium kaputt geht, was vor allem bei älteren Aquarien zwar selten, aber dennoch vorkommen kann, könnte dies zu starken Schäden an den Möbeln im Zimmer führen!

Bei Anfängern würde ich zu einem Komplettset raten. Da sind dann sowohl ein passender Filter, eine Beleuchtung und auch eine Heizung dabei und müssen nicht einzelnd gekauft werden.

Zu Beginn ist auch zu Dekoration (Wurzeln, Steine, Boden, etc) (meiner Meinung nach gehört kein Plastik ins Aquarium) aus dem Fachhandel zu raten. Später kann man dann experimentieren und auch selbst basteln

 

SCHRITT 3: Aufstellen des Aquariums

Vor das Aquarium gefüllt wird, muss ein Standplatz gefunden werden.Er sollte nich direkt am Fenster sein, da Sonnenstrahlen Algenwachstum fördern. In kalter Umgebung muss die Aquarienheizung mehr arbeiten und verbraucht auch viel mehr Strom, deshalb ist auch der Stellplatz zum Beispiel im kühlen Keller nicht gerade sinnvoll. Das Aquarium sollte auf jeden Fall gut erreichbar sein, für spätere Arbeiten, die man regelmäßig durchführen muss.

Wenn das Aquarium auf festem Untergrund steht (am geschicktesten auf einem Aquarienunterschrank aus dem Fachhandel, der das Gewicht aushält), kann man zuerst die Technik anbringen (Filter, Heizstab, Beleuchtung, jedoch vor allem den Filter und den Heizstab nicht in Betrieb nehmen!!! Sie könnten Schaden annehmen!

Dann füllt man den Bodengrund ein. Eventuell 2-3cm Bodendünger (kein Muss), dann 5-6cm Sand oder Kies. Ich persönlich rate zu Sand, außer man möchte sich auf empfindliche Pflanzen spezialisieren. Die Meisten Fische und Pflanzen kommen mit Sand sehr gut klar.

Als nächstes werden Dekorationen wie Steine und Wurzeln ins Becken angebracht. Wichtig: Wurzeln sollten vorher (Dauer je nach Art) gewässert werden, da sie sonst durch die Abgabe von Huminstoffen das Wasser braun färben, was nicht immer erwünscht ist, aber im Grunde nicht schadet. Auch ist oft ein Abkochen der Dekoration vor dem Einbringen ins Aquarium wichtig, um Keime und Bakterien darauf abzutöten.

Wenn die Dekoration für den Aquarianer ansprechend im Aquarium ist, füllt man langsam Wasser ein. Am Besten lässt man das Wasser hierzu auf einen flachen Teller oder Ähnliches laufen, dass der Bodengrund nicht gleich aufgewirbelt wird. Wenn das Aquarium zu etwa einem Drittel mit Wasser gefüllt ist (bei kleineren Aquarien geht es auch später noch ganz gut) setzt man die Pflanzen ein. Das reduziert das Problem, dass die Pflanzen sofort wieder aufschwimmen. Wie schon gesagt, für ein gewöhnliches Gesellschaftsaquarium gilt: Großzügige Bepflanzung hilft auf dem Weg zum Erfolgreichen Aquarium. Wenn die Pflanzen zum Großteil eingesetzt sind (keine Angst, das Einsetzen ist auch bei vollem Aquarium noch möglich). Jetzt kann das Becken komplett aufgefüllt werden (meist ist ein Maximum angegeben, sonst, mindestens 2-3cm unter dem Beckenrand aufhören!) und die Technik (Filter, Heizung und Beleuchtung) in Betrieb genommen werden.

 

SCHRITT 4: Einfahren des Aquariums

Über was man beim Einlesen in das Thema mit Sicherheit schon gestoßen ist, ist das Einfahren des Beckens. Das heißt, das Becken steht mindestens 2 Wochen (OHNE FISCHE!!!) nur mit der laufenden Technik. In dieser Zeit bilden sich im Filter Bakterienstämme, die das Wasser entgiften können, weil die Fische das Becken mit ihren Ausscheidungen auf Dauer vergiften würden, wenn nicht ausreichend Bakterien vorhanden wären. Deshalb sollte man diese Einlaufzeit auf jeden Fall ernst nehmen! Diese Einlaufzeit zeigt dem Aquarianer auch, ob seine Geduld für die Aquaristik ausreicht.

Spätestens jetzt solltem man sich genau überlegen, was für Tiere das Aquarium bewohnen sollen. Hierzu gibt es genügend Bücher und Internetseiten, die Informationen über die Fische, Schnecken und Garnelen preisgeben. Eventuell ist ein Gang in den nächsten Aquaristikladen auch ganz hilfreich, dort kann man sich die Tiere genau anschauen und die lateinischen Namen von Interessanten Fischen aufschreiben. Lateinische Namen deshalb, weil es für manchen Deutschen Namen mehrere Arten gibt, die Ähnlich aussehen, aber nicht der Selben Art angehören. Zuhause kann man sich dann ausgiebig über die Arten informieren und feststellen, ob sie ins Becken passen. Zuvor sollte man aber die Wasserwerte im eigenen Aquarium testen oder im Zoofachhandel testen lassen und auch danach schauen.

Fische dürfen allerdings erst ins Becken, wenn der Nitrit-Peak, ein starker Anstieg von Nitrit im einlaufenden Aquarium, vorbei ist.

 

SCHRITT 5: Fertiges Aquarium

Wenn der Nitrit-Peak vorbei ist (meist nach 2-3 Wochen nach dem Aufstellen des Aquariums) können die ersten Fische einziehen.

Das Einsetzen geht man sehr langsam an! Nicht alle Fische auf einmal, sondern, über 2-4 Wochen verteilt (je nach Anzahl).

Das Einsetzen wird folgendermaßen vorgenommen: Die Fische werden in den Beuteln, in die die Fische im Fachhandel verpackt werden ins nicht beleuchtete Aquarium gehängt, sodass sie sich an die Wassertemperatur gewöhnen können. Nach 5-7 Minuten wird ein wenig Wasser aus dem Aquarium in den Beutel gegeben, nach wieder 5-7 Minuten wieder ein wenig, nach je 5-7 Minuten je noch einmal ein wenig. Danach nimmt man die Beutel aus dem Aquarium und entleert sie über einem Kescher über einem Eimer. Achtung: Überprüfen, dass sich kein Fische mehr im Beutel befindet, falls doch, schnell ins Wasser hängen. Die Fische, die im Kescher über dem Eimer liegen, zügig ins Aquarium geben, aber langsam ins Wasser setzen. Am Besten lässt man ihnen Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und macht das Licht erst nach ein paar Stunden wieder an.


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